Das Projekt

Suche nach heimischem Öl geplant - Chancen auf weitere Ölreserven in Norddeutschland

Die DEA Deutsche Erdoel AG vermutet vor der norddeutschen Küste weitere Erdöllagerstätten. Dies ergibt die Auswertung von so genannten seismischen Daten und geologischen Informationen. Um den Untergrund zu untersuchen, plant DEA als Betriebsführer vier Erkundungsbohrungen im niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Damit sollen vermutete Reserven von insgesamt rund 23 Millionen Kubikmetern Erdöl nachgewiesen und Erkenntnisse für eine mögliche spätere Förderung gewonnen werden.

Die Lage der Bohrungen

Die für die Bohrungen vorgesehenen Lokationen im Wattenmeer befinden sich nicht im UNESCO-Weltnaturerbe. Als so genannte Enklaven wurden diese Gebiete vom Weltnaturerbe ausgenommen.

Drei der vier geplanten Bohrpunkte liegen im schleswig-holsteinischen Wattenmeer in der vom zuständigen Bergamt erteilten Aufsuchungserlaubnis Heide / Teilgebiet Büsum. Die drei Bohrungen werden als Caprock-Nord-, Caprock-Süd- und Mittelplate-Süd-Bohrungen bezeichnet.

Der vierte Bohrpunkt im niedersächsischen Wattenmeer liegt in der Aufsuchungserlaubnis Cuxhaven. Die sogenannte Westertill-Bohrung ist etwa zwölf Kilometer vor der niedersächsischen Küste vorgesehen.

Zeitlich begrenzte Erkundungen

Bei dem Erkundungsprojekt handelt es sich um keine dauerhafte Tätigkeit: Der Verlauf der geplanten Bohrungen ist zeitlich klar begrenzt. Das gesamte Vorhaben findet in einem Zeitraum von etwa 15 bis 22 Monaten statt. Die einzelnen Bohrungen werden damit jeweils nur wenige Monate dauern.

Der technische Ablauf

Die vier Bohrungen sollen mit einer vergleichsweise kleinen Bohranlage durchgeführt werden. Diese wird auf einem fest verankerten Ponton-Unterbau platziert. Die Bohreinrichtung sowie ein weiterer Ponton, auf dem sich Unterkünfte für das erforderliche Personal befinden, werden von einem Bohrpunkt zum nächsten bewegt. Damit ist während der gesamten Arbeiten immer nur eine Bohranlage im Einsatz.

Abbau der Bohranlage

Die Bohrstränge der einzelnen Erkundungsbohrungen werden im Anschluss verfüllt und unter der Wattoberfläche abgeschnitten. Somit bleibt nach Abschluss der Arbeiten nichts im Watt zurück. Nach Beendigung der vier Bohrungen wird das gesamte Equipment wieder aus dem Watt gebracht. Bei allen Aktivitäten gilt selbstverständlich: Sämtliche Arbeiten werden auf höchstem Sicherheitsniveau durchgeführt.

Potenzielle Erdölförderung erfolgt von Land aus

Im Wattenmeer wird keine weitere Förderanlage errichtet. Eine potenzielle Erdölförderung wird DEA ausschließlich von außerhalb der Nationalparks oder von der bestehenden Förderinsel Mittelplate aus durchführen.

Rechtlicher Rahmen

  • Verankerung im Energiekonzept: Die Förderung fossiler Energieträger wie Erdöl und Erdgas ist in den aktuellen Energiekonzepten der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen verankert. In den beiden Bundesländern wird deutschlandweit das meiste Erdgas (Niedersachsen) und Erdöl (Schleswig-Holstein) gefördert. Die von DEA geplanten Erkundungsbohrungen sollen weitere Potenziale für eine zukünftige Förderung nachweisen.
  • Umfassendes Genehmigungsverfahren: Dem Beginn der Erkundungsbohrungen geht ein umfassendes Genehmigungsverfahren voraus. Dazu stehen wir in regelmäßigem fachlichen Dialog mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie den jeweiligen Nationalparkverwaltungen. Für die Antragsunterlagen wurden relevante umweltfachliche Begleitstudien sowie technische Expertisen und Gutachten externer Institute erstellt.
    Danach wurden sämtliche Unterlagen zur Beantragung der Ausnahmegenehmigungen vom Nationalparkgesetz sowie die jeweiligen Rahmenbetriebspläne vervollständigt und eingereicht. In beiden Bundesländern laufen die Verfahren für die Probebohrungen übrigens unabhängig voneinander.
  • Gesetzeskonformes Handeln: Für die Erkundungsbohrungen und die mögliche anschließende Förderung gilt generell: DEA hält sich an geltende Gesetze. Die Aktivitäten finden nur statt, wenn DEA die entsprechenden Anträge gestellt hat und diese durch die zuständigen Behörden genehmigt wurden.

Kontinuierliche Information

Wir wissen um das sensible Umfeld und sind uns der damit verbundenen Verantwortung bewusst. Aus diesem Grund führen wir einen offenen Dialog mit allen beteiligten Verbänden, Naturschutzorganisationen und den Bürgern der Region. Dabei erläutern wir kontinuierlich das Ziel und den Stand unserer Aktivitäten.

Die Partner

In Schleswig-Holstein würde DEA die Explorationsbohrungen als Betriebsführer (50%) mit der Wintershall Holding GmbH als Partner (50%) durchführen. In Niedersachsen wäre DEA mit einem Anteil von 50 Prozent Betriebsführer und die Partner Wintershall Holding GmbH sowie die GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH mit jeweils 25 Prozent beteiligt.